Rumänien und die Weltbank verhandeln zurzeit über ein sogenanntes vorsorgliches Darlehensabkommen in Höhe von einer Milliarde Euro − die Summe könnte den rumänischen Behörden im Notfall sodann für die Finanzierung der Defizite bereitgestellt werden, gab der für Rumänien zuständige Country Manager der Weltbank, Francois Rantrua, in einem Interview mit dem Finanznachrichtensender Bloomberg bekannt.
In Rumänien sind in der Nacht auf Freitag mindestens zwei weitere Menschen erfroren – die Zahl der Kälteopfer steigt damit auf vier.
In der Ortschaft Branesti, Landeskreis Calarasi, wurde am Freitagmorgen ein Mann erfroren aufgefunden, der es im Schneesturm offenbar nicht mehr nach Hause schaffte. Im Dorf Corbii Mari, Landeskreis Dambovita, fanden Nachbarn eine 87-jährige Einwohnerin unweit ihres Hauses tot vor.
Fünf Bürger aus der Nachbarrepublik Moldawien gelten derweil als vermisst.
In Rumänien hat die Regierung unter Ministerpräsident Emil Boc das Defizitziel für 2011 offenbar erreicht: Laut der am Donnerstag veröffentlichten Daten des Finanzministeriums in Bukarest kletterte das Haushaltsdefizit bis Ende Dezember 2011 auf 23,8 Milliarden Lei und damit auf 4,35% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) − während das mit den internationalen Geldgebern im Rahmen des laufenden vorbeugenden Abkommens ausgehandelte Defizitziel bei 23,9 Milliarden Lei bzw. 4,37% des BIP gelegen hatte.
Die Rechnungslegung von Staatshaushalten und gewerblichen Unternehmen unterscheidet sich noch sehr; es gibt keine Bilanzen in der Rechnungslegung des Staatshaushaltes, es ist vielmehr eine simple Einnahmen/Ausgaben - Rechnung.
Daher müssen folgende Fragen gestellt werden :
1) Welche Schattenhaushalte existieren zusätzlich ?
2) Ist die finanzielle Entwicklung der im staatlichen Eigentum befindlichen Unternehmen ( CFR, TAROM u.s.w. ) berücksichtigt ?
3) Wie ist die Entwicklung gegebener finanzieller Garantien durch den Rumänischen Staat ?
Allgemeines Meckern ohne konkrete Kritik bringt nichts; Fragen müssen gestellt werden damit Ihr vielleicht einmal die Chance bekommt den Frosch am Schwanz zu packen.
Tim (27-01-2012 15:21)
Wo wird in dem oben genannten Beispiel Luft von A nach B verschoben?
Der Inhalt des Artikels besagt eher dass die Luft von B zurück nach A verschoben wurde. Sprich das Defizit was zustande kam endlich beglichen wurde und nicht mehr irgendwo versteht in den Büchern lauert.
Daniel (27-01-2012 14:39)
Wie schrieb einer mal in einem Feedback? \"Da wird Luft von A nach B verschoben\". Damit die Zahlen glänzen wird keine krumme Machenschaft ausgelassen.
So kann auch RO sein Defizitziel ereichen.
Der von Rumänien seit einem Jahr angestrebte und immer wieder vertagte Schengen-Beitritt dürfte auch in der ersten Jahreshälfte erneut ins Wasser fallen − die Nachrichtenagentur AFP erfuhr am Donnerstag am Rande eines informellen Treffens der EU-Innenminister, dass der Zwischenbericht der EU-Kommission zu den Fortschritten der beiden Schengen-Kandidaten Rumänien und Bulgarien in punkto Justizreform sowie Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung wieder ungünstig für das Nachbarland ausfallen wird. Da der Beitritt der beiden Länder jedoch nur im Paket erfolgen kann, blüht Rumänien laut AFP nun eben ein neuerlicher Rückschlag.
@Ioan : Es gibt in Deutschland Korruption, das ist wohl war; der Unterschied zu Rumänien ist nur daß es in Deutschland ein für die Korruptionsakteure gefährliches Spiel mit erheblichen Saanktionsrisiken ist während man in Rumänien den Eindruck gewinnt daß die Öffentlichkeit diesen Gangstern einen Freifahrtschein erteilt und alles geduldig akzeptiert; diese Herrschaften können offenbar nach wie vor schalten und walten wie sie wollen.
Und vor einem Land mit solch festen Verhaltensstrukturen haben viele in Europa zu Recht Angst. Daher resultiert das grosse Misstrauen. Ganz anders wäre es, wenn die Rumänen auf die Straße gingen und die Abschaffung dieser Strukturen durchsetzen würden; dies würde in Westeuropa sofort als Aufbruch begriffen und ganz sicher mit sehr viel Vertrauen belohnt.
Daniel (27-01-2012 22:06)
@Walache
Bevor du das Wort Diskriminierung benutzt, fass dich einmal selbst an die eigene Nase und schreib hier nicht \"Zi...\" sondern verwende die passenden Wörter \"Roma, Sinti...\" Diese bedauernswerte Bevölkerungsschicht hat, falls es dir entgangen sein sollte, \"Reisefreiheit\" und hat auch in DE wie jeder andere Bürger aus dem Ausland, eine Chance sich zu integrieren, falls dies auf Grund der inneren Einstellung zum Rechtsstaat gelingen sollte.
@Ioan
Es geht hierbei um keine Visionen oder Vorurteile einer gewaltigen Korruption in RO, sondern um Tatsachen die auch an neutralen Gutachtern nicht spurlos vorbeigegangen ist. Das es Korruption in anderem Ausmaß in allen Ländern gibt, sei unbestritten. Keinesfalls sollte hier ein Thema von Völkerhass entstehen, womit keinem von uns geholfen wäre und völlig fehl am Platz wäre.
Walache (27-01-2012 19:30)
Hat doch nichts mit der Koruption zu tun, ist nur eine billige Ausrede. Die fürchten sich nur vor einer \"Zigeunerinvasion\" aus Rumänien und Bulgarien. Ist doch immer typisch für den Westen, Rumänien bzw. Bulgarien immer vorwerfen sie würden die Zigeuner diskriminieren, selber will man aber mit ihnen nichts zu tun haben! Siehe Frankreich und seine Politik mit den Zigeunern
Ioan (27-01-2012 15:44)
oder wenn alle in Deutschland und Holland von ihren Vorurteilen los lassen würden. In Deutschland gibt es genug Korruption, nur verkäuft ihr sie als legale Machenschaften.. Auf Herrn Wulf und andere deutsche Moralapostel
Daniel (27-01-2012 14:32)
Nichts neues. War genau so zu erwarten. Es würde ja an Wunder grenzen, wenn sich auf einen Schlag alle in RO von der Korruption lassen würden.
In Rumänien kämpfen Behörden und Bevölkerung weiterhin gegen Schnee, Sturm und inzwischen auch gegen bitteren Frost: In der Hauptstadt Bukarest wurden am Freitagmorgen -10 Grad gemessen, im nördlichen Radauti gar -21 Grad Celsius.
Nach Angaben von Regierungschef Emil Boc steckten am späten Donnerstagabend noch 1008 Fahrzeuge (Kleinwagen, Kleinbusse, Busse, Lkw, Ambulanzen usw.) in den stellenweise mehr als 3 Meter hohen Schneeverwehungen fest, aus den Schneemassen gerettet wurden gestern 1.655 Menschen.
In Rumänien ersuchen die beiden Tierschutzvereine „ROBI“ und „A doaua sansa“ in einem verzweifelten Appell um Hilfe seitens der Tierliebhaber im Raum Bukarest: Das Tierasyl Glina vor den Hauptstadttoren ist komplett eingeschneit, die rund 300, in Käfigen untergebrachten Hunde sind zurzeit praktisch bei lebendigem Leib im Schnee begraben. Nur 6 Menschen waren nach Angaben der beiden Vereine am Donnerstagabend vor Ort, um die Tiere freizuschaufeln – es sei ein Wettlauf gegen die Zeit, jede helfende Hand sei willkommen, um die Hunde möglichst noch heute zu retten, ansonsten dürfte es wohl zu spät sein, heißt es im Appell der beiden Vereine. Freiwillige können Vertreter der beiden Tierschutzvereine unter folgenden Handy-Nummern erreichen: Carmen - 0744 440 089; Ioana - 0769 681 129
Es haben sich viele Freiwillige eingefunden :) Hart die Schneemassen.... hier ein Video, falls es einen interessiert ....http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DCpDCSAypnNc&h=dAQG_5Dx6AQHlM95shQgpq1ZC0aGdRN3eTiJvWsM6xL_9hA&enc=AZOD5ByvN7idnfO2KJb5EVeuqvn6n-mkNs2qm8joIS9BelASZSi_x_gnrw_aTEFAINwxayiwVBGV64QpoJ1XenSZiGDEvHPhpv0mb6Is0U-i8Q
Daniela (27-01-2012 16:51)
Ich kann Daniel nur beipflichten und hoffe es melden sich einge Freiwillige...
Daniel (27-01-2012 14:29)
Ist bekannt. Das ist unter anderem auch das Ergebnis einer verfehlten Politik aller unfähigen Politiker und einer größtenteils naiven Bevölkerung in RO.
Antonietta (27-01-2012 12:39)
Wußten Sie, das es in Rumänien ca. 1 Million Strassenhunde gibt? Dass jährlich Tausende in Tötungsstationen brutalst erschlagen, erdrosselt oder vergiftet werden?
In Rumänien kämpfen Behörden sowie Tausende Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes, der Gendarmerie und der Armee pausenlos gegen das Schneechaos an, das im Südosten des Landes inzwischen erste Opfer forderte: In Tulcea starb ein diabeteskranker Mann, da die herbeigerufene Ambulanz nicht bis zu seinem eingeschneiten Dorf vordringen konnte, bei Giurgiu wurde ein Mann erfroren in seinem Pkw aufgefunden, während seine Frau in Lebensgefahr schwebt − Retter konnten sie zwar umgehend in ein Krankenhaus transportieren, ihre Erfrierungen sind jedoch so schlimm, dass die Ärzte ihren Zustand als kritisch bezeichnen. Insgesamt konnten nach Angaben der Behörden bis Donnerstagnachmittag mehr als 1300 Menschen gerettet werden, die in Autos, Kleinbussen oder Bussen in den stellenweise mehr als 3 Meter hohen Schneeverwehungen steckengeblieben waren.
In Rumänien hat Staatspräsident Traian Basescu am Mittwochabend in seiner am Vortag angekündigten Botschaft an die Nation erläutert, dass er sich der Unzufriedenheit der Bevölkerung angesichts der Opfer, die ihr durch die krisenbedingten Sparmaßnahmen abgefordert wurden, nur allzu wohl bewusst sei und sich künftig vermehrt um die Wiederherstellung des Vertrauens der Menschen zu den staatlichen Institutionen, einschließlich zur Präsidentschaft, bemühen wolle. Das Staatsoberhaupt versicherte, er wisse, was zu tun sei. „Ich bin Schiffskommandant und habe noch nie ein Ziel, einen sicheren Hafen, verfehlt. Ich werde es auch mit Rumänien nicht tun“, so Basescu.
Liberalen-Chef Crin Antonescu hat am Mittwoch das von der oppositionellen Sozialliberalen Union (USL) geforderte Treffen mit den in Rumänien akkreditierten Botschaftern der EU-Mitgliedstaaten geschwänzt − statt der Doppelspitze des Oppositionsbündnisses stellte sich letztlich nur Sozi-Chef Victor Ponta bei der Begegnung mit den diplomatischen Vertretern der EU-Staaten ein. Bei dem am Vormittag anberaumten Treffen, das beim Sitz der dänischen Botschaft in Bukarest stattfand, habe Ponta seinen abwesenden Bündnispartner mit der Erklärung entschuldigt, Antonescu „kränkele“ zurzeit etwas, teilte der dänische Botschafter Michael Sternberg mit, dessen Land bekanntlich die EU-Ratspräsidentschaft innehat.
Der US-Autobauer Ford will in Rumänien in diesem Jahr nun endlich bei seiner Produktionsstätte in Craiova Gas geben − 60.000 Einheiten des neuen Kleinwagenmodells B-Max sollen heuer die Unternehmenstore des südrumänischen Werks verlassen, 2013 sollen sodann 100.000 Einheiten vom Fließband laufen, wobei eine Produktionssteigerung vor Ort von bis zu 150.000 Einheiten nicht auszuschließen sei, teilte Jan Gijsen, Präsident der rumänischen Tochter des US-Konzerns, dieser Tage mit.
Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen hat am Mittwoch ihre aktuelle Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Aus Sicht der Menschrechtsorganisation sind nach wie vor Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan die Staaten, in denen es um die Pressefreiheit am schlechtesten bestellt ist. Am besten schnitten Finnland, Norwegen, Estland, die Niederlande, Österreich, Island, Luxemburg, die Schweiz, Kap Verde und Kanada ab.
Rumänien landete in der 179 Länder umfassenden Rangliste auf Platz 47 und liegt damit erstmals mit den Vereinigten Staaten gleichauf.
Heftige Schneefälle, eingeschneite Städte, gesperrte Straßen, in den Schneemassen feststeckende Autos: Ein schwerer Schneesturm hat in Rumänien binnen 24 Stunden insbesondere die südliche Landeshälfte lahmgelegt, die Hauptstadt Bukarest war am Donnerstagmorgen größtenteils vor der Außenwelt abgeschnitten − einschließlich vom internationalen Flughafen Otopeni/Henri Coanda. Wegen des heftigen Windes gehen die Schneeräumungsarbeiten nur schleppend voran, da alsbald neue Schneeverwehungen entstehen.
Der italienische Hausgerätehersteller De ’Longhi und der Telekommunikationskonzern Nokia haben sich über den Verkauf der Produktionsstätte des Handyriesen in Jucu, Landeskreis Cluj, geeinigt, gab der finnische Handyriese am Mittwoch in einer Pressemitteliung bekannt. Im Zuge seines Rückzugs aus Rumänien hatte Nokia das Werk in Jucu bereits im Spätherbst dichtgemacht. Die Transaktion soll offenbar bis Ende des 1. Quartals 2012 über die Bühne gehen, über den Preis vereinbarten beide Vertragsparteien Stillschweigen.
In Rumänien hat der Verfassungsgerichthof am Mittwoch der von der sozialdemokratischen und liberalen Opposition eingereichten Verfassungsklage gegen das Gesetz zur Zusammenlegung der Kommunal- und Parlamentswahlen stattgegeben. Letzte Woche hatte die Verfassuungsrichter ihr Urteil zunächst vertagt, um von der Regierung zusätzliche Details bezüglich der finanziellen Konsequenzen bzw. Vorteile zusammengelegter Wahlen anzufordern. Die Regierung hatte sich für ihr Legislativprojekt stets mit dem Argument stark gemacht,dass durch die Zusammenlegung der beiden Urnengänge 20 Millionen Euro eingespart würden. Die Urteilsbegründung des Verfassungsgerichtshofs steht derzeit noch aus und soll kommende Woche bekanntgegeben werden.
In Rumänien hat Staatspräsident Traian Basescu am Dienstagabend erstmals seit Ausbruch der Straßenproteste Bezug auf die sozialen Spannungen im Land genommen. Nach der Ablegung des Amtsamtes durch den neuen Außenminister des Landes, Cristian Diaconescu, im Präsidialpalast Cotroceni, sagte das sichtbar übermüdete, jedoch dezidierte Staatsoberhaupt in einer kurzen Ansprache, dass die Mission des neuen Chefdiplomaten derzeit laute, dem Ausland zu erläutern, dass Rumänien trotz aller Destabilisierungsversuche etlicher Oppositionspolitiker und „Fernsehsender eines ehemaligen Securitate-Spitzels“ auf dem richtigen Weg weiterzumachen gedenke.
In Rumänien werden die Forderungen so mancher Protestler immer krasser: Während am Bukarester Uni-Platz einige Hundert Fußball-Anhänger am Dienstagabend dem Präsidenten der rumänischen Profifussball-Liga, Mitica Dragomir, sowie dem Präsidenten des nationalen Fußballverbandes, Mircea Sandu, lauthals den Tod wünschten („Sandu und Dragomir, auf den Friedhof mit euch“), hinterlegte am Mittag ein selbsternannter Landesverband der Zivilgesellschaft beim Sitz der rumänischen Präsidentschaft eine lange Liste von Forderungen − u.a. die umgehende Auflösung der Nationalen Integritätsbehörde ANI, der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft DNA, des Landesrates zur Aufarbeitung der Securitate-Archive (CNSAS), des Weiteren die Auflösung des Verfassungsgerichtshofes und die Aufhebung des Gesetzes, das die Entlarvung ehemaliger Securitate-Spitzel ermöglicht. Zu den Unterzeichnern des bei der Präsidentschaft hinterlegten Forderungen gehören Dutzende ehemalige Securitate-Mitarbeiter, Reservisten, Militärrentner und sogenannte „Revolutionäre“.
Das er Spitzel der Securitate war hat Voiculescu 2006 ja selbst zugegeben. Also meine Herren Lucius und Cel Batran: Halten Sie sich bitte die Fakten! Hier der Link (etwa halbseitig): http://www.nytimes.com/2006/12/11/world/europe/11iht-spooks.3864508.html?pagewanted=2
sraffa (25-01-2012 19:27)
Die einzigen Rumänen die unschuldig sind ist die Familia NIEMAND. In Europa weiss man sehr gut daß nahezu alle Teile der Elite Rumäniens in irgend einer Weise im Sumpf verfangen sind.
Lucius (25-01-2012 15:22)
Dan Voiculescu ist unschuldig, war ein politisches Manöver inszeniert von Präsident Traian Basescu und kaufen Sie das CNSAS Intellektuellen.
Cel Batran (25-01-2012 15:12)
Senator Dan Voiculescu nicht arbeitete an Ceausescus Securitate. Er wurde vom Richter falsch Emanuel Albu, Unterstützer und Mitglied der PDL beschuldigt.
In weiten Teilen Rumäniens muss ab Mittwoch und bis zum Wochenende mit Schnee- und Eischaos gerechnet werden − der rumänische Wetterdienst sagt für die kommenden drei Tage in Bukarest und weiteren 33 Landeskreisen heftige Schneefälle, stellenweise stürmischen Wind und Bibbertemperaturen voraus. Starke Schneefälle haben bereits in der Nacht auf Mittwoch im Süden, Osten, dem Karpatenbogen sowie im Norden des Landes eingesetzt − einzig der Westen Rumäniens ist gegenwärtig von der Unwetterwarnung des Wetterdienstes ausgenommen.
In Rumänien hat Ministerpräsident Emil Boc am Dienstag Cristian Diaconescu, Ehrenvorsitzender der mitregierenden Union für den Fortschritt Rumäniens und Vizepräsident des rumänischen Senats, zum neuen Außenminister nominiert, nachdem sein Vorgänger Teodor Baconschi am Vortag wegen unangemessener Bemerkungen über die Teilnehmer an den Straßenprotesten entlassen worden war.
Staatspräsident Traian Basescu unterzeichnete das Nominierungsdekret am Nachmittag, der neue Außenminister wird den Amtseid noch heute Abend ablegen.
Laut jüngstem Evaluierungsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Rumänien können die Behörden in Bukarest das sich selbst gesteckte Defizitziel von 1,9% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2012 mit Leichtigkeit erreichen − allerdings sei Vorsicht in punkto Konsequenzen geboten. Die dieser Tage in Bukarest erwartete Überprüfungsmission des IWF werde der rumänischen Regierung entsprechend empfehlen, hauchdünne Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor sowie eine leichte Anhebung der Renten in Betracht zu ziehen − sofern diese Maßnahme haushaltsmäßig vertretbar sei, berichtete die rumänische Presse am Dienstag.
Die Straßenproteste in Rumänien, im Rahmen derer es in der Hauptstadt Bukarest jüngst zu den blutigsten Auseinandersetzungen seit einem Jahrzehnt kam, könnten sich letztlich negativ auf das Rating des Landes auswirken, da sie die Fortsetzung der strukturellen und fiskalpolitischen Reformen in Frage stellen, heißt es in einer am Montag von der Nachrichtenagentur Agerpres zitierten Analyse des Ratingsriesen Moody’s. Damit ist Moody’s die erste der drei großen amerikanischen Ratingagenturen, die die sozialen Spannungen in Rumänien und deren potentielle Auswirkungen auf die wirtschaftliche und fiskalische Stabilität des Landes unter die Lupe nimmt.
Die US-Agenturen mahnen nicht die überfällige Beseitigung von Korruption und Vetternwirtschaft an welche Wachstumsbremse Nr.1 ist. Statt dessen wird schablonenhaft aus artikulierte sozialer Unruhe in Folge wirtschaftliche Instabilität abgeleitet. Daß diese Proteste auch positive Auswirkungen auf die langfristige Stabilität haben weil sich hierdurch überfällige Verwerfungen zu lösen beginnen und dies eher einen Neuaufbruch aus einer festgefahrenen Lage signalisiert fällt den selbsternannten Analytikern auch nicht ein.
In Rumänien ist sich das Oppositionsbündnis Sozialliberale Union (USL) weiterhin unschlüssig über seine künftigen Schritte, durch die der Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident Emil Boc erzwungen und umgehend abzuhaltene Neuwahlen erwirkt werden sollen. So bestand Liberalen-Chef Crin Antonescu am Montag weiterhin auf einem geschlossenen Rückzug der Opposition aus dem Parlament − einen parlamentarischen Streik befand der Links-Liberale jedoch als „zu fad“ und forderte den sofortigen Rücktritt sämtlicher oppositioneller Abgeordneter und Senatoren.
Befragt man die Regierung in Bukarest zum Stand der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Rumänien, so erhält man seit Monaten die Standardantwort, die Exekutive werde schon bald ihre neue einschlägige Strategie erarbeitet haben und der Öffentlichkeit unterbreiten. Das ist, bei allem Respekt für den unerwarteten Sparwillen einer rumänischen Exekutive, spät − möglicherweise sogar zu spät.
Er heißt Nicolae Prata, ist aber unter dem Spitznamen "Pilu" bekannt. Der 37-jährige Mann arbeitete früher in einer Autowerkstatt und ist anscheinend arbeitslos, wenn man von seinem Job als Symbolfigur des rumänischen Protestwinters absieht. Im Film des Bloggers Dan Ciulea (ciulea.ro) erkennt man, wie die verschlafene Kleinstadt Baia de Aries (Einwohnerzahl: 5200) den Anschluss an die Liste der vielen Proteststädte geschafft hat - durch Pilu im Alleingang. Respekt!