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Ausländische Direktinvestitionen verkümmern


Befragt man die Regierung in Bukarest zum Stand der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Rumänien, so erhält man seit Monaten die Standardantwort, die Exekutive werde schon bald ihre neue einschlägige Strategie erarbeitet haben und der Öffentlichkeit unterbreiten. Das ist, bei allem Respekt für den unerwarteten Sparwillen einer rumänischen Exekutive, spät − möglicherweise sogar zu spät.


Die FDI gehen hierzulande schließlich seit 2009 konstant zurück, sie haben längst den absoluten Tiefststand der letzten acht Jahre erreicht. Mitte Dezember gab das Nationale Statistikamt bekannt, dass sich die FDI hierzulande im Zeitraum Januar−Oktober 2011 gerade mal auf magere 1,3 Milliarden Euro beliefen − das sind um knapp 44% weniger als im Vorjahreszeitraum −, und auch davon machten gruppeninterne Kredite 403 Millionen Euro aus.
 

Während ehemalige Großinvestoren abziehen, sind neue nicht in Sicht. Der Beschluss des finnischen Telekommunikationsriesen Nokia, sich 2011 aus Rumänien zurückzuziehen, wirkt sich auch heute noch auf die Wirtschaftslage im Allgemeinen und jene im Raum Cluj/Klausenburg im Besonderen aus. Denn mit Nokia zogen auch die Zulieferer des Konzerns nacheinander ab − oder sind gerade im Begriff, dies zu tun. So berichtete das Wirtschaftsblatt „Ziarul Financiar“ in seiner Freitag-Ausgabe, dass das 2007 im Zuge der Nokia-Expansion am heimischen Markt eingestiegene Logistikunternehmen Ceva Logistics zu Jahresbeginn das Klausenburger Arbeitsamt über anstehende Massenentlassungen unterrichtet hat: Das Unternehmen will in einer ersten Etappe 300 Mitarbeiter entlassen. Auch das Sicherheitsunternehmen Securitas Services, das bis unlängst für die Bewachung und den Schutz des Nokia-Werks zuständig gewesen war, entlässt inzwischen massiv Personal.

Etwas Wirtschaftswachstum reicht augenscheinlich nicht, um den Standort Rumänien für ausländische Investoren attraktiver zu machen. Angesichts der Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten, der allgemeinen Furcht vor einem Abgleiten des Euroraums in die Rezession und auch der heimischen Ungewissheiten im Wahljahr 2012 dürfte die Regierung eigentlich keinen Augenblick mehr verlieren, um die richtigen, vertrauenserweckenden Signale bezüglich des Investitionsstandortes Rumänien zu senden. Doch scheint sie diesbezüglich weiterhin „Eile mit Weile“ gelten zu lassen: „Wir sind zurzeit noch in der Überlegungsphase der Strategie für 2012. Fertiggestellt dürfte sie wohl im Februar werden“, räumte Constantin Lapadat, Leiter des Rumänischen Zentrums zur Förderung des Handels und der ausländischen Direktinvestitionen, seelenruhig gegenüber der Presse ein. Jedwelcher Kommentar dazu erübrigt sich wohl.

 



 

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Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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