Über uns | Kontakt | RSS
 
 
 

Bãsescu und Sarkozy führen "freundschaftlich-konstruktives" Telefonat zur Romaproblematik

"Le Telegramme": Paris erkauft sich das Schweigen Bukarests
Bãsescu und Sarkozy führen "freundschaftlich-konstruktives" Telefonat zur Romaproblematik
Frankreichs Integrationsminister
Besson, Außenminister Baconschi und
Innenminister Blaga
Foto: mae.ro

Staatschef Traian Bãsescu und der französische Präsident Nicolas Sarkozy haben am Freitagabend ein „freundschaftlich-konstruktives“ Telefonat zur Roma-Frage geführt und ein künftiges Treffen zu diesem Thema in Paris vereinbart, teilte die rumänische Präsidentschaft am Samstag in einem Pressekommuniqué mit. Beide Seiten seien entschlossen, „die enge, zwischen den beiden Ländern bestehende Partnerschaft weiterhin auszubauen“ und aufgrund des am Donnerstag in Bukarest mit „Vertretern der französischen Regierung unterzeichneten Abkommens über die Zusammenarbeit im Bereich der Integration der Roma, einschließlich der nomadischen Roma, zusammenzuarbeiten“, so die Präsidentschaft.

 

Frankreichs Integrationsminister Eric Besson sowie Europa-Staatssekretär Pierre Lellouche hatten Mitte dieser Woche in Bukarest gemeinsam mit Regierungschef Emil Boc und Aussenminister Teodor Baconschi nach Lösungen für die Eingliederung der Roma gesucht. Die französischen Minister forderten in diesem Sinne von den rumänischen Behörden einen nationalen Notfallplan für die Integration der Roma-Familien und winkten hierfür mit einer potenziellen finanziellen Unterstützung seitens der EU in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Die Aussicht auf etwas Geld in den leeren Staatskassen schien bei Außenminister Teodor Baconschi neue Eingebungen hervorzurufen − letzterer verlautbarte, dass Bukarest es vorziehen würde, wenn Frankreich das „Reisegeld“ bzw. die Geldzahlungen an die abgeschobenen Roma nicht mehr den Betroffenen auszahle, sondern lieber in “konkrete Eingliederungsprojekte” fließen lasse. „Wir sind sehr skeptisch, was die bezahlte freiwillige Rückführung (300 Euro pro erwachsene Person, 100 Euro pro Kind − Anm. d. Red.) betrifft”, erklärte Baconschi danach auch der Zeitung “Le Monde”. “Frankreich hat 18 Mio. Euro für diese Rückführungen ausgegeben, dieses Geld hätte besser für konkrete Eingliederungsprojekte verwendet werden können”, so der rumänische Außenminister.

 

Derlei Verhandlungsergebnisse bewogen die französische Tageszeitung „Le Telegramme“ zur Schlussfolgerung, dass „Paris sich das Schweigen Bukarests erkauft“ habe, so die Zeitung aus Brest in der Bretagne in ihrer Freitagausgabe darauf verweisend, dass die „Reaktionen der rumänischen Regierung recht diskret“ ausgefallen seien, nachdem die französischen Behörden erst einmal „mit Cash“ gewinkt hatten. Paris habe lediglich Geld für einen rumänischen Aktionsplan in Aussicht gestellt, sei jedoch ansonsten um keinen Millimeter von seiner eigenen, äußerst umstrittenen Ausweisungspolitik abgerückt, so „Le Telegramme“.


Der Kommentar

Demokratie in Gefahr?

Freitag, 18. Mai 2012 von Alex Gröblacher

Acht NGOs aus der Bürgerrechtsbewegung haben der neuen rumänischen Regierung unlängst vorgeworfen, sich durch die im Senat durchgewunkene reine Mehrheitswahl nach britischem Modell eine breite Mehrheit sichern zu wollen. Eine andere NGO hat den gleichen Vorwurf vor einer Woche gemacht.  
Was ist eigentlich dran?
Was will denn das neue Wahlrecht, das eigentlich kein neues ist, weil es noch durch die Abgeordnetenkammer muss und höchstwahrscheinlich auch beim Verfassungsgericht angefochten wird?

[ mehr... ]
Blog

Rumänisches Kino kann auch unterhaltsam sein

Montag, 09. April 2012 von Sorin Georgescu

Zwei unlängst erschienene Neuproduktionen zeigen eine für die sogenannte „Neue Welle“ des rumänischen Kinos eher überraschende Eigenschaft: Humor von der natürlichen und erfrischenden Sorte, bei intelligenten Plots und ohne gespreizte Slapsticks. (Die – noch – jungen Regisseure der nach der Wende erfolgreichen Generation wehren sich allerdings zu Recht gegen die von Filmkritikern verwendeten Begriffe, die sie alle in eine Schublade stecken wollen.) 

[ mehr... ]