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Billiggas-Affäre: Agrar-Krösus Ioan Niculae im Visier der Staatsanwälte


Billiggas-Affäre: Agrar-Krösus Ioan Niculae im Visier der Staatsanwälte
Ioan Niculae
Foto: Realitatea TV/Mitschnitt

In Rumänien haben die Sonderstaatsanwälte der Direktion zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens und Terrorismus (DIICOT) Mitte der Woche Strafermittlungen gegen den zweitreichsten Mann des Landes, Agrar-Krösus Ioan Niculae − Inhaber des Konzerns InterAgro − eingeleitet. Im Visier der Ermittler stehen des Weiteren sage und schreibe 40 ehemalige oder aktuelle Regierungsbeamte und Manager, darunter die Ex-Staatssekretäre im Wirtschaftsministerium Darius Mesca, Tudor Serban, Viorel Palasca und Victor Alesandru Dan, sodann der Vizepräsident der Energieaufsichtsbehörde (ANRE), Eugen Georgescu, sowie Mitglieder der Unternehmensleitung des Gasproduzenten Romgaz. Ihnen allen wird Untergrabung der Volkswirtschaft zur Last gelegt − der staatliche Betreiber Romgaz sei durch die eindeutige Bevorzugung des Geschäftsimperiums Niculaes um 126 Millionen US-Dollar geschädigt worden, so die Sonderermittler.

Den DIICOT-Staatsanwälten zufolge waren die Unternehmen des Milliardärs, dem u.a. auch fünf Kunstdüngerkombinate gehören, in den letzten 5 Jahren Hauptabnehmer der weit preisgünstigeren Erdgaslieferungen aus heimischer Produktion − diesen habe der Gasproduzent Romgaz bis Ende Oktober kulanterweise unter die Arme gegriffen, obwohl sie bei Romgaz tief in der Kreide stehen. Die Schulden von Nicolaes Firmengruppe gegenüber dem Gazproduzenten belaufen sich mittlerweile auf mehr als 350 Millionen Lei. Trotz seiner hohen Rückstände hatte Niculae den Behörden in den letzten Jahren jedoch immer wieder dreist gedroht, ohne erhebliche Vergünstigungen seine Geschäfte in Rumänien dicht machen und nach Bulgarien oder Pakistan verlegen zu wollen − dadurch würden hierzulande Tausende Menschen arbeitslos, so die Drohung des Milliardärs.


Nicolae ist einer der umstrittensten Unternehmer des Landes − der ehemalige Securitate-Offizier war bis zur Wende im rumänischen Außenhandel tätig, er gehört zu den Hauptgewinnern der nach 1989 eingeleiteten Privatisierungen. So gewann der aus Zimnicea stammende Geschäftsmann im Jahr 2000 den Tender für die Privatisierung der staatlichen Tabakgesellschaft „Tutunul Romanesc“ (SNTR) − für die er 10 Mio. Dollar berappte, obwohl laut Presse allein der Wert der in den Depots der SNTR gelagerten Waren und Rohstoffe diese Summe bei Weitem in den Schatten stellte.


Die von der Enthüllungsplattform Wikileaks ins Netz gestellten Depeschen der US-Botschaft in Bukarest stellten ihrerseits unter Beweis, dass die amerikanischen Diplomaten Niculae zum „Top Five“ der rumänischen Oligarchen zählen, die „nach 1989 anhand ihres Zugangs zu Informationen der ehemaligen Securitate von den Großprivatisierungen am meisten profitierten“. Die US-Botschaft verwies zudem darauf, dass der 58-Jährige „Beziehungen zu sämtlichen wichtigen Parteien des Landes und sämtlichen Regierungen der Nachwendezeit unterhält“.
 


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