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Casino-Markt in Rumänien im Freifall


Casino-Markt in Rumänien im Freifall
Foto: sxc.hu

Vor Ausbruch der Wirtschaftskrise in Rumänien sprossen Casinos hierzulande wie Pilze nach den Regen aus dem Boden − inzwischen ist die Zahl der Spielbanken um weit mehr als 50% zurückgegangen. In 2008 habe dieses Marktsegment noch Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro eingefahren, für 2011 rechnet die Branche inzwischen mit kläglichen 200 Mio. Euro, schreibt das Wirtschaftblatt Capital unter Berufung auf Angaben des Verbands der Casinobetreiber in Rumänien (AOCR). Die Branche habe sowohl den Kampf gegen die Online-Konkurrenz als auch gegen die Wirtschaftskrise verloren − nicht zu guter Letzt auch wegen einer umständlichen Gesetzgebung, lautet das Fazit der heimischen Fachwelt.

 

Gab es vor Ausbruch der Krise hierzulande insgesamt 26 Spielbänke − 14 in der Hauptstadt Bukarest und 12 in der Provinz −, so sind davon gegenwärtig nur noch 11 übrig − 5 in Bukarest und weitere 6 im Land. Und auch davon seien zwei gerade im Begriff, endgültig dicht zu machen, sagte AOCR-Chef Sorin Constantinescu gegenüber Capital. In 2008 hätten die Kunden zumeist im Durchschnitt Einsätze von 2.000−3.000 Euro gewagt, derzeit würden die wenigen Besucher kaum noch 100 Euro setzen, erläuterte Constantinescu.

 

Eine Erholung des Markts sieht der ehemalige Manager einer inzwischen geschlossenen Bukarester Spielbank lediglich im Bereich der Online-Casinos: Den Statistiken zufolge haben 2010 rund 430.000 Kunden mit rumänischen Kreditkarten online gespielt − das seien immerhin fast 2% der heimischen Bevölkerung, erläuterte Constantinescu. Insofern das Finanzministerium das Online-Geschäft zügig durch zugänglichere Normen regele, dürfe diese Nische wohl auch mit einem leichten Aufwärtstrend rechnen, so der AOCR-Vorsitzende.

 


Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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