Über uns | Kontakt | RSS
 
 
 

Gesundheitsreform in der Kritik


Das Gesundheitsministerium hat - endlich - den Entwurf des neuen Gesundheitsgesetzes im Internet veröffentlicht und somit zur Debatte freigegeben. Auf 86 Seiten stehen dort die Bestimmungen, die das Leben für knappe 20 Millionen Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt des Jahres 2012 verändern. Ein gesamtes System wird in seinen Grundlagen erschüttert. Die wohl wichtigste Veränderung besteht darin, dass die jetzige öffentliche Krankenkasse ihren Monopolstatus (wenn man von den verschiedenen Branchenkassen - wie zum Beispiel die des Militärs, der Polizei und der Justiz, die wie in einem Kastensystem einen Sonderstatus hat - absieht) verliert.

 

Im Kern wird das gesamte System privatisiert. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen zwar laut Entwurf weiterhin die gleichen Versicherungsbeiträge ein, doch das Geld geht an eine noch nicht weiter ausgeführte Anzahl von Privatkassen. Vorausetzung für die Zulassung der Kassen ist eine internationale Erfahrung mit jeweils über einer Million Kunden und ein in dieser Branche realisierter Mindestumsatz von 250 Millionen Euro.

 

Kritisiert wird der in der Laborküche des Präsidentenpalastes ausgetüftelte Entwurf von überall: Ärzte, Patientenverbände, Politiker, Journalisten, ja sogar der Privatisierung verschriebene Institutionen wie der IWF oder die Weltbank sind Stimmen im Chor der Kritiker. Zu gutem Recht. Nicht klar ist, wie die Kassenaufsicht gestaltet ist. Oder wie ein Basispaket aussieht, das die Kassen jedem Versicherten oder Mitversichertem zu gewährleisten haben. Es ist davon auszugehen, dass die Kassen ihre Beiträge jeweils selbst berechnen wollen, auch wenn sich die Menschen zusätzlich versichern können. Man kann den Versicherungen nicht die Pistole auf die Brust setzen und sagen, "so, hier haben Sie mal einen von uns Staat vorgeschriebenen Festbetrag und den gleichfalls vorgeschriebenen Leistungskatalog, wirtschaften Sie bitte damit". Des Weiteren besagt der Entwurf, dass Krankenhäuser zu Unternehmen oder Stiftungen werden können. Wer genau das entscheidet, ist ebenfalls unklar. 
 
 
Die aktuellste Frage lautet aber, wer für die Behandlung von unversicherten Patienten aufkommt. Die Nichtversicherten haben zwar Anspruch auf Behandlung im Notfall, aber darüber hinaus fallen solche Patienten durch riesengroße Löcher im Sozialversicherungsnetz.
 
Tags:  |  | 

Der Kommentar

Demokratie in Gefahr?

Freitag, 18. Mai 2012 von Alex Gröblacher

Acht NGOs aus der Bürgerrechtsbewegung haben der neuen rumänischen Regierung unlängst vorgeworfen, sich durch die im Senat durchgewunkene reine Mehrheitswahl nach britischem Modell eine breite Mehrheit sichern zu wollen. Eine andere NGO hat den gleichen Vorwurf vor einer Woche gemacht.  
Was ist eigentlich dran?
Was will denn das neue Wahlrecht, das eigentlich kein neues ist, weil es noch durch die Abgeordnetenkammer muss und höchstwahrscheinlich auch beim Verfassungsgericht angefochten wird?

[ mehr... ]
Blog

Rumänisches Kino kann auch unterhaltsam sein

Montag, 09. April 2012 von Sorin Georgescu

Zwei unlängst erschienene Neuproduktionen zeigen eine für die sogenannte „Neue Welle“ des rumänischen Kinos eher überraschende Eigenschaft: Humor von der natürlichen und erfrischenden Sorte, bei intelligenten Plots und ohne gespreizte Slapsticks. (Die – noch – jungen Regisseure der nach der Wende erfolgreichen Generation wehren sich allerdings zu Recht gegen die von Filmkritikern verwendeten Begriffe, die sie alle in eine Schublade stecken wollen.) 

[ mehr... ]