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Hälfte der Rumänen spricht sich für Wiedereinführung der Todesstrafe aus


Hälfte der Rumänen spricht sich für Wiedereinführung der Todesstrafe aus
Foto: sxc.hu

In Rumänien sprechen sich zurzeit 50% der Bevölkerung für die Wiedereinführung der 1990 abgeschafften Todesstrafe aus, in der rumänischen Hauptstadt Bukarest würden mehr als 40% die Maßnahme befürworten, bezeigen die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse einer Mitte April durchgeführten Umfrage der Soziologie-Fakultät des Landesinstituts für politische und Verwaltungsstudien (SNPSA). Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Befürworter der Todesstrafe um 5 Prozentpunkte gestiegen, teilten die Soziologen mit, denenzufolge die steigende Sozialjustiz auf die allgemeine Defizitmisere und entsprechend gestiegene Kriminalität, jedoch zum Teil auch auf die Boulevardpresse zurückzuführen ist, die sich in ihrer Berichterstattung vermehrt und mit Vorliebe Fällen extremer Aggressivität widmet.

 

Infolge der rezessionsbedingten allgemeinen Verarmung stehe die Bevölkerung zudem den wichtigsten Institutionen des Staates immer skeptischer gegenüber, erläuterten die Soziologen. So sind inzwischen  27% der Befragten der Meinung, dass das Parlament des Landes „zeitweilig, bis die Krise vorbei ist“ aufgelöst werden sollte − 2010 waren es noch 14% gewesen. 22% sprachen sich für die Auflösung der Institution der Präsidentschaft aus (2010: 10%) , während 28% die Parteien auflösen würden (18% in 2010).

 

Erstmals gewinnt hierzulande auch die Evolutionstheorie an Einfluss − ein Drittel der Rumänen führt inzwischen an, an den von Darwin beschriebenen Entwicklungsprozess, demzufolge alle Lebewesen einen gemeinsamen Stammbaum haben, zu glauben (gegenüber 22% in 2010). 53% der Befragten erwiesen sich weiterhin als Anhänger der Kreationismus-Lehre.

 


Der Kommentar

Politische Trugbilder

Donnerstag, 12. Mai 2011 von Alex Gröblacher

Immer öfter – und immer intensiver – wird in Rumänien über eine neue Partei diskutiert. Diese sei angesichts der seuchenartig um sich greifenden Politikverdrossenheit der Wähler dringend notwendig. Diese neue Partei, für die bürgerliche Intelektuelle gerade schwärmen, hat weder Geld, noch Medien auf ihrer Seite. Und noch weniger eine klare Ideologie. Klar, sie ist gegen Korruption. Aber Ehrlichkeit ist eine Grundeinstellung, keine Ideologie und schon gar keine Doktrin.

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Vom Bildungs- zum Wutbürger

Dienstag, 10. Mai 2011 von Alex Gröblacher

Die Debatte um den Gesetzentwurf zur Einführung von Synchronfassungen aller ausländischen Kino- und Fernsehfilme widerspiegelt die Einstellung in der rumänischen Gesellschaft auf perfekte Weise. Der Englisch und/oder Französisch sprechende Bildungsbürger hat sich zum Wutbürger gemopst, er hat Petitionen gegen die Initiative ins Internet gestellt und auf Facebook gewettert.

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