Über uns | Kontakt | Abonnieren | RSS
 
 
 

Hofdichter Ceausescus stirbt mit 67

"Ich war ein Schwein"
Hofdichter Ceausescus stirbt mit 67

 

Adrian Paunescu, Hofpoet des rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu, ist am Freitag im Alter von 67 Jahren gestorben. Er lag seit einigen Tagen im Krankenhaus, mehrere Organe hatten wiederholt versagt.

Paunescu war in den 70er Jahren durch die so genannten Flacara-Festivals populär geworden, wo er in Begleitung von Folk-Sängern der Musik und seinen Gedichten geschickt Lobgesänge an das Regime beimischte. Als 1985 bei einem Festival in Ploiesti 5 Menschen in einem Panikamoklauf zu Tode getreten wurden, fiel er für einige Zeit in Ungnade. Bei der Revolution entkam er dem Lynch-Mob auf den Bukarester Straßen nur knapp. 1992 sagte er reuig im Staatsfernsehen: "Ich war ein Schwein." Kurz darauf ging er an der Seite von Ion Iliescus Post-Kommunisten in die Politik, wo er immer wieder versuchte, die Diktatur von Ceausescu und sein eigenes Mitwirken zu bagatellisieren. Besonders bei Nostalgikern, aber auch sonst bleiben seine Gedichte - insofern es keine Huldingungen an den Kommunismus waren - immerhin weiter beliebt.    

 

     


Der Kommentar

Politischer Sprengstoff

Dienstag, 21. Dezember 2010 von Alex Gröblacher

In der – vorerst – letzten durch den britischen Guardian veröffentlichten Wikileaks-Depesche der US-Botschaft in Bukarest (mehr dazu hier) liegt politischer Sprengstoff direkt unter der Oberfläche begraben. Möglicherweise geht es dabei um Korruption auf höchster Ebene. Fast ganz beiläufig eröffnet nämlich der damalige US-Botschafter Nicholas Taubman, dass “sie” (wer genau? die Botschaft? Die US-Regierung?) und die amerikanische Firma Lockheed Martin versucht hätten, Rumänien zum Kauf von F16 Kampfjets zu überreden (das ist wahrscheinlich die treffendere Übersetzung von “to persuade” als überzeugen). 

[ mehr... ]
Blog

Liberaler Schwanengesang

Mittwoch, 12. Januar 2011 von Alex Gröblacher

Die Vernunftehe zwischen Liberalen (PNL) und Konservativen (PC), die bald in ein Menage a trois mit den Sozialdemokraten (PSD) ausarten dürfte, hat auch etwas Gutes an sich: sie hat die abflauende politische Diskussion angeregt und Klarheit geschafft. Eine Klarheit allerdings, vor der man Angst haben sollte. Crin Antonescu, der Parteichef der Liberalen, lange Zeit als Wunderkind der politischen Rhetorik gefeiert, hat gezeigt, was ideologisch hinter ihm steckt - gähnende Leere. Er wundert sich heute, wieso die Gegenreaktion auf seine Initiative so heftig ist.

[ mehr... ]