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Politischer Sprengstoff


Politischer Sprengstoff
Foto: flickr.com/Jim Bahn

In der – vorerst – letzten durch den britischen Guardian veröffentlichten Wikileaks-Depesche der US-Botschaft in Bukarest (mehr dazu hier) liegt politischer Sprengstoff direkt unter der Oberfläche begraben. Möglicherweise geht es dabei um Korruption auf höchster Ebene. Fast ganz beiläufig eröffnet nämlich der damalige US-Botschafter Nicholas Taubman, dass “sie” (wer genau? die Botschaft? Die US-Regierung?) und die amerikanische Firma Lockheed Martin versucht hätten, Rumänien zum Kauf von F16 Kampfjets zu überreden (das ist wahrscheinlich die treffendere Übersetzung von “to persuade” als überzeugen).

Lockheed-Martin, so der Text, habe im Tandem mit Verbündeten im Präsidialamt und dem Verteidigungsministerium eine Direktkauf-Entscheidung über die Jagdflugzeuge angestrebt, da sie (wer eigentlich – Lockheed, die Verbündeten, die amtlichen Stellen?) sich nicht in der Brüsseler Bürokratie durch die wichtigsten Konkurrenten des F-16/JSF, Gripen und Eurofighter, verfangen wollten. Das bringt neue Fragen auf den Tisch - wobei Präsidialamt und Verteidigungsministerium unter Antwortzwang stehen: Wer waren diese “Verbündeten” überhaupt? Wusste man offiziell von ihnen oder arbeiteten sie verdeckt für amerikanische Interessen und gegen die des rumänischen Steuerzahlers (denn eine offene Ausschreibung hätte für den Bürger mehr gebracht als die Entscheidung zum Direktkauf)? Wurden sie bezahlt und wenn ja nach welcher Rechtslage? Auch die EU verdient eine Antwort auf diese Fragen, besonders aber die direkten Wettbewerber von Lockheed-Martin, die den Kürzeren gezogen haben. Denn von einem fairen Wettbewerb kann unter solchen Umständen keine Rede sein.  

 

 

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Der Kommentar

Politischer Sprengstoff

Dienstag, 21. Dezember 2010 von Alex Gröblacher

In der – vorerst – letzten durch den britischen Guardian veröffentlichten Wikileaks-Depesche der US-Botschaft in Bukarest (mehr dazu hier) liegt politischer Sprengstoff direkt unter der Oberfläche begraben. Möglicherweise geht es dabei um Korruption auf höchster Ebene. Fast ganz beiläufig eröffnet nämlich der damalige US-Botschafter Nicholas Taubman, dass “sie” (wer genau? die Botschaft? Die US-Regierung?) und die amerikanische Firma Lockheed Martin versucht hätten, Rumänien zum Kauf von F16 Kampfjets zu überreden (das ist wahrscheinlich die treffendere Übersetzung von “to persuade” als überzeugen). 

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Blog

Krebsmarker für Nationalstolz

Montag, 08. November 2010 von Alex Gröblacher

Interessant, wie in Rumänien Nationalstolz die Berichterstattung selbst unbewusst verzerren kann. Zwei rumänische Forscher, berichteten dieser Tage die Printmedien (das Fernsehen war gerade damit beschäftigt, sich im emotionalen Morast der Lobreden auf den gerade verstorbenen Hofpoeten Ceausescus zu suhlen und sich die Haare über den immensen Verlust für die rumänische Kultur auszureißen), haben ein Gen entdeckt, das mindestens 11 Krebsarten gemeinsam ist und so entscheidend zur Krebsbekämpfung beitragen kann. Die Story war schon längst in den internationalen Medien erschienen. Wieso also die Verspätung? 

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