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ZENSUS-ERGEBNISSE

Rumänien schrumpft: Einwohnerzahl um mehr als 2,6 Millionen Bürger zurückgegangen


Rumänien schrumpft: Einwohnerzahl um mehr als 2,6 Millionen Bürger zurückgegangen
Foto: visitmaramures.ro

Das Nationale Statistikamt (INS) in Bukarest hat am Donnerstag erste, provisorische, Ergebnisse des Zensus vom letzten Jahr bekanntgegeben: Die Einwohnerzahl Rumäniens ist seit 2002, der letzten Volkszählung hierzulande, drastisch um rund 12% bzw. mehr als 2,6 Millionen Einwohner zurückgegangen. Zählte die stabile Bevölkerung des Landes im Jahr 2002 noch 21.680.974 Einwohner, so liegt sie inzwischen bei 19.043.000, bezeigen die Daten des Nationalen Statistikamts.

10.054.000 Einwohner des Landes bzw. 52,8% leben zurzeit im städtischen Umfeld, 8.989.000 Rumänen bzw. 47,2% am Land. Von den 19.043.000 Einwohnern, die die stabile Bevölkerung des Landes bilden, leben 8,8% bzw. 1.678.000 Menschen im Raum Bukarest.


Der bevölkerungsreichste Landeskreis ist Prahova mit 735.900 Einwohnern, es folgen Iasi (723.600 Einwohner), Cluj/Klausenburg (659.400), Timis/Temesch (649.800), Constanta (630.700), Dolj (618.300) und Suceava (614.500), während die geringsten Einwohnerzahlen in den Verwaltungsbezirken Tulcea (201.500), Covasna (206.300), Sãlaj (217.900), Mehedinti (254.600), Ialomita (258.700), Giurgiu (265.500), Caras-Severin (274.300) und Bistrita-Nasaud (277.900) anzutreffen sind.


Die ethnische Zusammensetzung des Landes ist wie folgt aufgestellt: 16,8 Millionen Einwohner bezeichneten sich als Rumänen − womit die Mehrheitsbevölkerung gegenüber 2002 um 2,6 Millionen Menschen zurückgegangen ist, knapp 1,24 Millionen Menschen gaben sich als ethnische Ungarn aus (Stand 2002: 1,43 Millionen), womit die ungarische Volksgruppe hierzulande 6,5% der stabilen Bevölkerung ausmacht. Zur Roma-Minderheit zugehörig bezeichneten sich 619.000 Einwohner (Stand 2002: 535.000), sie stellt folglich  3,2% der stabilen Bevölkerung Rumäniens. Zur ukrainischen Volksgruppe zugehörig bezeichneten sich 51.700 Einwohner, die deutsche Minderheit kommt hierzulande noch auf 36.900 Seelen, die Gemeinschaft der lipowenischen Russen umfasst derzeit 23.900 Angehörige, jene der Tataren 20.500 Menschen. 59.200 Einwohner und damit 0,3% der Bevölkerung bezeichneten sich als zu keiner ethnischen Gruppe zugehörig.


Der Soziologe Mircea Kivu erläuterte dem Nachrichtenportal HotNews die Überraschungen der Zensus-Ergebnisse: Die größte Überraschung stelle eindeutig der Rückgang der städtischen Bevölkerung dar. Das Schrumpfen der Einwohnerzahl des Landes um mehr als 2,6 Millionen Bürger sei angesichts der seit Jahren nach West- und Südeuropa ausgesiedelten rumänischen Gastarbeiter erwartet worden, nicht aber der Rückgang der städtischen Bevölkerung zugunsten der ländlichen − dies sei ein Trend, den Rumänien bislang noch nicht gekannt habe. Kivu zufolge bezeigten Daten aus dem Jahr 2010 noch, dass rund 55% der rumänischen Bevölkerung im städtischen Bereich angesiedelt ist, gegenwärtig sind es nur noch 52,8%. Für Soziologen gelte nun, den Trend hin zur Umsiedlung aufs Land unter die Lupe zu nehmen − es könne sich nämlich keineswegs nur um eine Folge der Wirtschaftskrise handeln, offenbar ziehe es viele Menschen, die sich ihren Lebensabend nähern, zurück aufs Land, wo man oft das elterliche und großelterliche Haus geerbt habe, so Kivu.

Als interessant wertete der Soziologe auch die weiterhin geringe Einwohnerzahl, die sich zur Roma-Minderheit zugehörig bekennt − diese Zahl sei zwar gegenüber 2002 geringfügig gestiegen, jedoch weit weniger als von Soziologen erwartet, die mit einer rund 2 Millionen Menschen starken Roma-Volksgruppe gerechnet hatten. Die Zahl stelle leider eindeutig unter Beweis, dass die Roma sich weiterhin nicht zur ihrer Minderheit bekennen wollen − Grund sei eindeutig die Furcht vor Diskriminierung, erläuterte Kivu.

Die endgültigen und vollständigen Ergebnisse des Zensus will das Nationale Statistikamt im kommenden Jahr vorlegen.

 


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