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Rumänien versinkt im Schneechaos


Rumänien versinkt im Schneechaos
Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Heftige Schneefälle, eingeschneite Städte, gesperrte Straßen, in den Schneemassen feststeckende Autos: Ein schwerer Schneesturm hat in Rumänien binnen 24 Stunden insbesondere die südliche Landeshälfte lahmgelegt, die Hauptstadt Bukarest war am Donnerstagmorgen größtenteils vor der Außenwelt abgeschnitten − einschließlich vom internationalen Flughafen Otopeni/Henri Coanda. Wegen des heftigen Windes gehen die Schneeräumungsarbeiten nur schleppend voran, da alsbald neue Schneeverwehungen entstehen.

Landesweit steckten in der Nacht auf Donnerstag Hunderte Autos in den Schneemassen fest − Einsatzteams des Bereitschaftdienstes SMURD, der lokalen Inspektorate für Notsituationen, der Gendarmerie und Feuerwehr waren die ganze Nacht über unterwegs, um festsitzende Menschen aus ihren Autos zu befreien. Im Landeskreis Buzau, bei Mihailesti, steckten am späten Mittwochabend mehr als 100 Autos in den Schneemassen fest − hier rückte die Armee mit Panzerfahrzeugen aus, um die Menschen, darunter ein 6 Tage altes Baby, in Sicherheit zu bringen. Auch im Raum Giurgiu musste sich die Armee am Mittag mit Panzern Zugang zu etlichen komplett eingeschneiten Ortschaften verschaffen. Mehr als 350 Schulen mussten am Donnerstag geschlossen werden.

Landesweit waren am Donnerstagmorgen die Autobahnen A1 (Bukarest-Pitesti) und A2 (Bukarest-Lehliu), weitere 37 Nationalstraßen (DN) und 81 Regionalstraßen (DJ) gesperrt. 14 Flüge wurden annulliert, auch der Bahnverkehr verzeichnet erhebliche Störungen – die witterungsbedingten Verspätungen belaufen sich in vielen Fällen auf mehr als 200 Minuten.

Der schwere Schneesturm hält auch heute noch an − die Unwetterwarnung der Metorologen gilt bis 18.00 Uhr.

Folgende Autobahnen und Nationalstraßen waren am Donnerstagmorgen gesperrt:

-A1 Bukarest – Pitesti;

-A2 Bukarest – Lehliu;

-DN2(E85) Voluntari – Buzau sowie der Abschnitt Buzau – Ramnicu Sarat;

-DN1D Urziceni – Albesti-Paleologu;

-DN22 Ramnicu Sarat – Braila;

-DN2C Costesti – Slobozia;

-DN2M Focsani- Odobesti;

-DN23B Maicaneºti – Ciorasti;

-DN2N Bogza – Caiata – Dumbraveni sowie der Abschnitt Dumbraveni – Dumitresti – Jitia;

-DN5B Giurgiu – Ghimpati;

-DN3 Calarasi – Bukarest;

-DN3A Lehliu Bahnhof – Fetesti;

-DN21 Calarasi – Slobozia;

-DN3B Calarasi – Fetesti;

-DN31 Calarasi – Manastirea;

-DN3 Bukarest – Fundulea sowie der Abschnitt nach Lehliu;

-DN4 Bukarest – Budesti;

-DN71 Ulmi – Baldana;

-DN2A Slobozia – Urziceni;

-DN2B Buzau – Faurei.

Gesperrt waren am Donnerstagmorgen des Weiteren die Abschnitte DN1 Bukarest/Otopeni – Tancabesti und DN1A Bukarest – Buftea – Ploiesti im Raum Cocani.

Äußerst zähflüssig verlief der Verkehr zudem auf der hauptstädtischen Ausfahrtstraße DN Centura.


 


Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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