Ungarns Gesandter in Rumänien: Siebenbürgen-Passus aus der Botschaft des Regierungschefs Orban waren Verse des Dichters Petöfi, die meine Frau rezitiert hat
Donnerstag, 17. März 2011
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Ungarntag in Miercurea Ciuc
Foto:
udmr.ro
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Laut ungarischem Botschafter in Bukarest, Füzes Oszkar, steht der Siebenbürgen-Passus, der am Mittwoch im rumänischen Parlament für hitzige Debatten und in den Reihen der sozial-liberalen Opposition für böses Blut gesorgt hatte, in keinerlei Beziehung zum eigentlichen Wortlaut der an die Rumänenungarn gerichteteten Botschaft der ungarischen Regierungschefs Viktor Orban.
Seine Gattin, die die Botschaft des Ministerpräsidenten verlas, habe danach auch einige Verse der ungarischen Freiheitskämpfers und Dichters Petöfi Sandor rezitiert, dadurch sei es wohl zu Missdeutungen gekommen, sagte Füzes. Seine Frau habe die Botschaft Orbans verlesen, danach ihre eigene, „von Herzen kommende”, Botschaft vorgetragen und schließlich auch aus dem Werk des vor 163 Jahren verstorbenen ungarischen Nationalhelden zitiert, erläuterte der Botschafter.
Füzes bestätigte, vom rumänischen Auswärtigen Amt für Erklärungen einbestellt worden zu sein − die Unterredung sei freundschaftlich verlaufen, man sei übereingekommen, dass alles nur ein Fehlschluss sei. Damit sei der Fall abgeschlossen − er werde sich nicht auf die bilateralen Beziehungen auswirken. „Ungarn wird Rumänien auch weiterhin in Hinblick auf den Beitritt des Landes zum Schengen-Raum unterstützen“, so der Diplomat.
Der rumänische Außenminister wurde am Donnerstag seinerseits vor den außenpolitischen Ausschuss des Parlaments für Erklärungen zitiert. Baconschi erläuterte dem Ausschuss, dass ihm mittlerweile der Original-Text des ungarischen Regierungsschefs und eine von der ungarischen Gesandtschaft gelieferte Übersetzung vorliege. In der Botschaft des ungarischen Ministerpräsidenten werde Siebenbürgen nicht einmal erwähnt, geschweige denn eine Rückkehr zu alten Zeiten gepriesen, sagte der Außenminister. Allerdings eröffnete Baconschi auch, den ungarischen Botschafter aufgefordert zu haben, die Beifügungen zu Viktor Orbans Botschaft zu widerrufen.
Von der rumänische Presse befragt, ob er den Passus „Siebenbürgen und die ungarische Nation müssen wieder zu dem werden, was sie einst waren“ widerrufe, entgegnete der ungarische Botschafter, dass es nichts zu widerrufen gebe, da die ungarischen Behörden in keiner Weise Siebenbürgen oder gar die Autonomie des Gebiets erwähnt hätten.
Außenminister Baconschi äußerte am Abend die Hoffnung, dass künftig wohl von einem „Aussagen-Mischmasch“ abgesehen werde.