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Winterchaos in Rumänien fordert erste Opfer


Winterchaos in Rumänien fordert erste Opfer
Foto: Thomas Max Müller/pixelio.de

In Rumänien kämpfen Behörden sowie Tausende Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes, der Gendarmerie und der Armee pausenlos gegen das Schneechaos an, das im Südosten des Landes inzwischen erste Opfer forderte: In Tulcea starb ein diabeteskranker Mann, da die herbeigerufene Ambulanz nicht bis zu seinem eingeschneiten Dorf vordringen konnte, bei Giurgiu wurde ein Mann erfroren in seinem Pkw aufgefunden, während seine Frau in Lebensgefahr schwebt − Retter konnten sie zwar umgehend in ein Krankenhaus transportieren, ihre Erfrierungen sind jedoch so schlimm, dass die Ärzte ihren Zustand als kritisch bezeichnen. Insgesamt konnten nach Angaben der Behörden bis Donnerstagnachmittag mehr als 1300 Menschen gerettet werden, die in Autos, Kleinbussen oder Bussen in den stellenweise mehr als 3 Meter hohen Schneeverwehungen steckengeblieben waren.

Wegen zugeschneiter Gleise entgleiste am Vormittag ein IC auf der Strecke Constanta-Bukarest, die 123 Reisenden kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Knapp 50 Züge fielen am Donnerstag komplett aus, 13 weitere verzeichneten erhebliche Verspätungen. Witterungsbedingtes Chaos herrschte auch im Luftverkehr: 40 Flüge von und nach Rumänien mussten bislang gestrichen werden, bei den restlichen beträgt die durchschnittliche Flugverspätung etwa 60 Minuten, teilten die Flughafenbehörden mit. Der Schiffsverkehr kam komplett zum Erliegen, alle Häfen des Landes sind zur Stunde geschlossen. Auch der Grenzverkehr zu Bulgarien ist betroffen, da sowohl die Donaubrücke zwischen den beiden Ländern als auch sämtliche Grenzübergangspunkte zum Nachbarland wegen des Winterchaos geschlossen werden mussten. Dutzende Nationalstraßen und Regionalstraßen waren am Donnerstagnachmittag weiterhin gesperrt.

In 480 Städten und Ortschaften des Landes kam es zu erheblichen Problemen mit der Stromversorgung, die bislang lediglich teilweise behoben werden konnten.

Zu allem Unglück wartet der Wetterdienst mit weiteren Hiobsbotschaften auf: Die gültige Unwetterwarnung wurde inzwischen für 6 Landeskreise −Constanta, Tulcea, Braila, Buzau, Vrancea, Galati, Ialomita und Calarasi − verschärft und für weitere 48 Stunden verlängert: Während in den restlichen Landesteilen die Schneefälle allmählich zurückgehen, ist im Süden, Südosten und Osten des Landes auch in den kommenden beiden Tagen mit Schneestürmen bei Windgeschwindigkeiten von stellenweise mehr als 80 km/h zu rechnen. Mit Ausnahme von Westrumänien sinken die Temperaturen zudem ab Freitag erheblich: Zu rechnen ist mit Tageshöchstwerten zwischen -8 und Null Grad, nachts sinken die Temperaturen auf bis zu -16 Grad Celsius.

 


Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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