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Vom Dialog der Tauben und einem Schimmer Hoffnung


Unser vorangegangener Blogeintrag über das Problem der Bukarester Straßenhunde hat einige heftige Reaktionen hervorgerufen; die Palette ging dabei von Bedenken gegenüber manchen Formulierungen bis hin zur Beschuldigung, wir würden „Pogrome gegen Hunde“ befürworten und eine regelrechte „Hetzkampagne“ gegen Tierschützer betreiben, um bei den mildesten Ausdrücken zu bleiben.

Nun, der Titel und meine Wortwahl waren streckenweise vielleicht etwas überspitzt oder nicht eindeutig genug, und ich bin bereit, Kritik dafür einzustecken, kann aber nicht akzeptieren, dass mir die Worte im Mund verdreht werden. Daher möchte ich hier einiges klarstellen, um die Missverständnisse ein für allemal auszuräumen:



Déjà-vu mit grausamen Maulhelden und hirnlosen Tierliebhabern


Déjà-vu mit grausamen Maulhelden und hirnlosen Tierliebhabern
Seltenes Hundeglück: Adoptivhündin Bella
Foto: Dana Cîrjan, Rundfunkredakteurin
und Adoptivmutter Bellas

Eine Frau ist in Bukarest von herrenlosen Hunden totgebissen worden. Die Ärzte, die die Frau zu retten versuchten, sprachen vom schwersten Fall, den sie je gesehen hätten, buchstäblich zerfleischt sei das Opfer gewesen, der Anblick der Wunden selbst für hartgesottene Weißkittel nur mühsam zu ertragen. Aber bloß keine Aufregung, liebe (Tier)Freunde, ein Menschenleben ist hierzulande nicht viel wert. Abgesehen von Stammkunden der Internetforen, die sich in armseligen Tiraden bekämpfen – die einen überbieten sich in imaginativer Grausamkeit und fordern die Endlösung des Hundeproblems (z.B. „die Streunenden auf die Müllhalde bringen, mit Benzin übergießen und bei lebendigem Leib verbrennen lassen“), die anderen geben gar dem Opfer die Schuld („Was hatte die gute Frau denn in der Gegend zu suchen, außerdem war sie vielleicht betrunken“) –, ist das Thema wohl kaum für eine Diskussion tauglich, die nach ein paar Tagen nicht wieder abflauen würde. Schließlich haben wir zurzeit ja auch keinen Wahlkampf, der den Konkurrenten um das Bürgermeisteramt ein Aufwarten mit etwaigen (vernünftigen) Lösungsvorschlägen lohnenswert erscheinen ließe.



Roma, Rumänen und die neue Rhinozerisierung


Roma, Rumänen und die neue Rhinozerisierung
Foto: sxc.hu

In Rumänien kursiert seit Jahren die hirnrissige Theorie, dass die im Namen von political correctness teils durchgesetzte Bezeichnung „Roma“ für die allseits verachtete Minderheit zu stark auf Rumänien und die Rumänen hindeuten würde. Statt dessen fordern immer mehr Bürger (darunter auch Politiker) die Rückkehr zum herablassenden „Zigeuner“, schließlich sei der Begriff „Roma“ sprachlich inexistent und irreführend, so der Tenor. Mit dem verruchten Ethnonym habe man sich sogar weltweit gegen das Land verschworen, um dem Ansehen Rumäniens zu schaden. Die Hysterie gegen die vermeintliche Verwechslung der Rumänen mit den Roma ging so weit, dass man die Länderkennzeichnung in rumänischen Pässen vor einigen Jahren (unter Berufung auf die Frankophonie) von ROM auf ROU abändern ließ.



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Der Kommentar

Rumänischer EU-Parlamentarier Severin: Ehrloser geht’s wohl nicht

Dienstag, 22. März 2011 von Anne Warga

Adrian Severin scheint es offenbar nichts auszumachen, im Europäischen Parlament mittlerweile zur Persona non grata geworden zu sein: Nach seiner am Montagabend stattgefundenen Unterredung mit Martin Schulz, dem Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (SPE), der ihn umgehend nach Brüssel bestellt hatte, teilte der rumänische Sozialist kurzangebunden mit, aus der Fraktion der Sozialdemokraten im EP auszutreten, verweigerte jedoch die ultimative Konsequenz − nämlich den Rücktritt aus der europäischen Legislative.

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Blog

Vom Dialog der Tauben und einem Schimmer Hoffnung

Sonntag, 06. Februar 2011 von Sorin Georgescu

Unser vorangegangener Blogeintrag über das Problem der Bukarester Straßenhunde hat einige heftige Reaktionen hervorgerufen; die Palette ging dabei von Bedenken gegenüber manchen Formulierungen bis hin zur Beschuldigung, wir würden „Pogrome gegen Hunde“ befürworten und eine regelrechte „Hetzkampagne“ gegen Tierschützer betreiben, um bei den mildesten Ausdrücken zu bleiben.

Nun, der Titel und meine Wortwahl waren streckenweise vielleicht etwas überspitzt oder nicht eindeutig genug, und ich bin bereit, Kritik dafür einzustecken, kann aber nicht akzeptieren, dass mir die Worte im Mund verdreht werden. Daher möchte ich hier einiges klarstellen, um die Missverständnisse ein für allemal auszuräumen:

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