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Medien in selbstgebrauter Tinte


Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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Traian Basescu - ein Kapitän, doch was für einer?


 

Nach wochenlangem, ohrenbetäubenden Stillschweigen hat sich Präsident Basescu doch noch zu den Protesten in Bukarest und anderen Städten geäußert. Ja, er sei sich eigenen Patzern durchaus bewusst, aber er sei ein Schiffskapitän und werde Rumänien in den sicheren Hafen steuern.
Seine engen Mitarbeiter hätten ihm von der Kapitänsrethorik abraten sollen. 
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Respekt!


Er heißt Nicolae Prata, ist aber unter dem Spitznamen "Pilu" bekannt. Der 37-jährige Mann arbeitete früher in einer Autowerkstatt und ist anscheinend arbeitslos, wenn man von seinem Job als Symbolfigur des rumänischen Protestwinters absieht. Im Film des Bloggers Dan Ciulea (ciulea.ro) erkennt man, wie die verschlafene Kleinstadt Baia de Aries (Einwohnerzahl: 5200) den Anschluss an die Liste der vielen Proteststädte geschafft hat - durch Pilu im Alleingang. Respekt!

 



Winter der Empörung


Vor etwa einem Monat sagte Erste Bank-Chef Andreas Treichl, dass die Sparmaßnahmen in Rumänien "brutal" und für westeuropäische Länder unvorstellbar gewesen seien, dass aber Menschen im Osten Brutalität gewohnt sind. 

In ganz Rumänien platzte der Kragen der Gewohnheit am letzten Wochende. Aus welcher Naht genau ist aber schwerer zu sagen. Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik und der heimischen Art, Politik zu machen, hat sich mit geballter Kraft entladen; dass der Auslöser eine Unterstützungsdemonstration für die Symbolfigur der Rettungsdienste war, zählt fast gar nicht mehr. Weil Präsident Traian Basescu sich wie kein anderer Politiker nach 1989 als Landesvater aufführte, ist es nur verständlich, dass die Wut der Demonstranten sich gegen ihn richtet. 


Sonderbare Akquise: Rumänischer Geheimdienst SRI kauft Kondome ein


Den Journalisten der Bukarester Gratis-Zeitung Ring wird die Beschaffungspolitik einer Einheit des rumänischen Nachrichtendienstes SRI zumindest skurril vorgekommen sein: was wird ein Geheimdienst mit mehreren Dutzend Kondomen anfangen können? Zu vermuten bei solchen Akquisen ist in Rumänien oft die Bevorzugung eines Bekannten oder Verwandten mit eigener Firma durch irgendwelche Verantwortlichen einer Behörde, daher auch wahrscheinlich der Argwohn der Presse. Nicht aber diesmal. 

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Hexenjagd a la roumaine


Hexenjagd a la roumaine
Foto: flickr.com/miss_pink_26

Im Topf des Falls, der Rumänien zurzeit in der medialen Winterpause wie kaum ein anderer beschäftigt, schwimmen alle Zutaten eines Bestsellers - Stars nach Geschmack, ein Teelöffelchen Liebe, eine Prise Voodoo-Rituale auf Friedhöfen, dazu Hexen, Erpressung und Betrug. Jetzt will auch die Politik wählerwirksam mitspielen. Mehrere Abgeordnete wollen die Menschen notfalls per Antihexengesetz vor ihrer eigenen Dummheit schützen. Dagegen ist aber bekanntlich kein Kraut gewachsen.

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Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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