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Sieben Tage Ungureanu


Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 



David gegen Goliath: Kann eine kleine Fledermaus das Ende eines milliardenschweren Goldprojekts einläuten?


David gegen Goliath: Kann eine kleine Fledermaus das Ende eines milliardenschweren Goldprojekts einläuten?
Rhinolophus hipposideros
Foto: speotimis.ro

Heutzutage baut kaum jemand noch Tierdenkmäler - weder in Rumänien noch sonstwo. Aber das könnte/sollte sich bald ändern. Denn diese possierliche Fledermaus wird wahrscheinlich bewirken können, was den menschlichen Gegnern des Goldprojekts im rumänischen Rosia Montana bisher misslungen ist: nämlich das Vorhaben endgültig zu begraben. Nach einem Bericht von zwei Wissenschaftlern des naturgeschichtlichen Museums Grigore Antipa in Bukarest soll die Fledermausart Rhinolophus hipposideros - zu Deutsch Kleine Hufeisennase - in den Galerien des Carnic-Gebirgsmassivs entdeckt worden sein. 



Ausländische Direktinvestitionen verkümmern


Befragt man die Regierung in Bukarest zum Stand der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Rumänien, so erhält man seit Monaten die Standardantwort, die Exekutive werde schon bald ihre neue einschlägige Strategie erarbeitet haben und der Öffentlichkeit unterbreiten. Das ist, bei allem Respekt für den unerwarteten Sparwillen einer rumänischen Exekutive, spät − möglicherweise sogar zu spät.

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Rumänien als Energiehub in Südosteuropa


Es wird langsam richtig heiss am Energiestandort Rumänien. In den nächsten Jahren sind hier Milliardeninvestitionen geplant, die auf zweistellige Anteile am BIP kommen - und dem Land zur vorteilhaften Position einer regionalen Energiedrehscheibe verhelfen. 

Rumänien sollte allerdings auch selbst mehr riskieren, rumänische Großkonzerne auch selbst aktiv werden - denn das scheint weniger der Fall zu sein. Fazit: Rumänien sitzt energiepolitisch auf einer Goldgrube. Und um an dieses Gold zu kommen, müssen nicht einmal - wie bei Rosia Montana - ganze Berge weggesprengt werden. Ein wenig umdenken dürfte ausreichen. 
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Gesundheitsreform in der Kritik


Das Gesundheitsministerium hat - endlich - den Entwurf des neuen Gesundheitsgesetzes im Internet veröffentlicht und somit zur Debatte freigegeben. Ein gesamtes System wird in seinen Grundlagen erschüttert.

Kritisiert wird der in der Laborküche des Präsidentenpalastes ausgetüftelte Entwurf von überall: Ärzte, Patientenverbände, Politiker, Journalisten, ja sogar der Privatisierung verschriebene Institutionen wie der IWF oder die Weltbank sind Stimmen im Chor der Kritiker. Zu gutem Recht. 
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Die Irrwege des Herrn Basescu


Denken ist Menschenprivileg, Umdenken auch. Nur ist ein Präsident in der Regel eben kein beliebiger Hinz und Kunz, in Rumänien schon gar nicht. Hier ist das Selbstverständnis des Präsidenten und die Wahrnehmung vom Volk die eines Vaters der Nation. Ein Politiker in diesem Amt muss deshalb auch ein gewisses elterliches Fingerspitzengefühl haben. Er muss rügen, strafen, verzeihen - aber bitte konsequent, sonst versteht das Kind, pardon das Volk, gar nichts mehr.

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Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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