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Schneechaos ohne Ende: Mehr als 100 Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten


Schneechaos ohne Ende: Mehr als 100 Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten
Foto: Romania TV

In Rumänien haben die starken Schneefälle der letzten 24 Stunden erneut weite Teile des Landes lahm gelegt: Am Montagabend waren mehr als 100 Ortschaften in Süden und Zentrum des Landes komplett eingeschneit, der Kampf des Katastrophenschutzes, der Lokalbehörden und Armee gegen die Schneemassen geht in die Fortsetzung. Die Einsatzkräfte sind mittlerweile am Rande der Erschöpfung − mehr als 300 Retter des Bereitschaftsdienstes SMURD, Gendarmen und Soldaten mussten nach Angaben des Innenministeriums bislang wegen Frostbeulen oder Unterkühlung in Krankenhäusern behandelt werden. In Scutelnici, Landeskreis Buzau, starb am Montag ein 60-jähriger Beamter der Lokalverwaltung, nachdem er den ganzen Tag über im Schnee unterwegs war, um den Einwohnern Lebensmittel und Trinkwasser zukommen zu lassen. Die Zahl der Kältetoten stieg mittlerweile auf 79.



Rumänien: Erbitterter Kampf gegen den Schnee


Rumänien: Erbitterter Kampf gegen den Schnee
Vrancea: Video-Aufnahme
des Innenministeriums
Foto: mai.gov.ro

In Rumänien steht der Sonntag ganz im Zeichen der Wetterwarnstufe Orange und des ununterbrochenen Kampfes gegen den Schnee, zumal in weiten Teilen des Landes neue massive Schneefälle eingesetzt haben. Das Verteidigungsministerium ließ am Samstag auf der am Vortag eingerichteten Luftbrücke in die Krisengebiete Vrancea, Buzau und Ialomita  Militärflugzeuge vom Typ C-27 J Spartan einsetzen, da witterungsbedingt weder Rettungs- noch Militärhubschrauber abheben konnten.

Die Zahl der Kältentoten stieg indes auf 68 − nach Angaben des Innenministeriums starben in den letzten 24 Stunden weitere 3 Menschen an Unterkühlung.



Regierungschef Ungureanu im Krisengebiet Vrancea eingetroffen: 40.000 Menschen in Südostrumänien eingescheint


Regierungschef Ungureanu im Krisengebiet Vrancea eingetroffen: 40.000 Menschen in Südostrumänien eingescheint
Rumänien unter Schnee
Foto: gov.ro

In Rumänien sind Regierungschef Mihai Razvan Ungureanu, Verteidigungsminister Gabriel Oprea und Innenminister Gabriel Berca am Samstagmorgen an Bord eines Militärhubschraubers im Landeskreis Vrancea eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild über das Ausmaß der Schneekatastrophe zu machen. In Vrancea und den benachbarten Verwaltungsbezirken Buzau und Ialomita sind insgesamt mehr als 60.000 Einwohner aus rund 70 Ortschaften schon seit Tagen komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Hilfe für die zugeschneiten Dörfer rollt indes aus dem ganzen Land ein – so reisten mehrere freiweillige Feuerwehrkorps aus West- und Nordrumänien an, um sich an den Rettungseinsätzen zu beteiligen. Katastrphenschutz und Armee sind nach wie vor im Großeinsatz.



Zahl der Kälteopfer steigt


Zahl der Kälteopfer steigt
Foto: sxc.hu

In Rumänien sind in der Nacht auf Freitag mindestens zwei weitere Menschen erfroren – die Zahl der Kälteopfer steigt damit auf vier.
In der Ortschaft Branesti, Landeskreis Calarasi, wurde am Freitagmorgen ein Mann erfroren aufgefunden, der es im Schneesturm offenbar nicht mehr nach Hause schaffte. Im Dorf Corbii Mari, Landeskreis Dambovita, fanden Nachbarn eine 87-jährige Einwohnerin unweit ihres Hauses tot vor.
Fünf Bürger aus
der Nachbarrepublik Moldawien gelten derweil als vermisst.



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Der Kommentar

Sieben Tage Ungureanu

Mittwoch, 15. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Rumäniens neuer Premierminister Mihai Razvan Ungureanu ist jetzt seit einer Woche im Amt. Normalerweise kaum Zeit für eine vernünftige Bilanz, aber diese ersten Tage lassen immerhin gewisse Schlüsse für die nächsten etwa neun Monate bis zu den Wahlen zu. Ungureanu markiert den starken Mann. Es ist verständlich, dass er sich durch hartes Durchgreifen neu positionieren will. Dazu gehört aber mehr, als nur Sündenböcke zu bestrafen. Will er etwas beweisen, muss der neue Premierminister einen neuen Führungsstil entwickeln. Er hat im Außenministerium und beim Auslandsgeheimdienst gezeigt, dass er Reformen durchsetzen kann. Er muss es nur wollen. 

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Blog

Medien in selbstgebrauter Tinte

Donnerstag, 16. Februar 2012 von Alex Gröblacher

Die Auflagenstelle BRAT hat gerade die neuesten Zahlen über die Auflagen rumänischer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht - Fazit des Berichts ist, dass die verkauften Auflagen in letzter Zeit um die Hälfte eingebrochen sind. Das muss niemanden wundern, am wenigsten die Medienmacher selbst, die sich diese Suppe selbst eingebrockt haben. 

Natürlich haben die Pleiten auf dem rumänischen Medienmarkt auch objektive Gründe, das größte Problem ist die Einstellung zum Verbraucher. Wollen Medien ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren, müssen sie schnell wieder ihre Glaubwürdigkeit erlangen. Das bedeutet allerdings ein Umdenken der Produktpolitik, wozu, denke ich, kaum jemand fähig ist. 
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